09 Jun
von jamster - Kategorie: Gesellschaft
Was derzeit wirklich geschieht - Teil II
Von Jan Erik Döllein, Allgemeinarzt
Die zahllosen Antworten und die überwältigende Unterstützung als Reaktion auf meinen ersten Text haben mir klar gemacht, dass ich mit meinem Empfinden so weit nicht weg bin von der tatsächlichen Entwicklung in unserem Land und den echten Sorgen unserer Bürger. Die Grundhaltung, diesen zweiten Teil zu schreiben, ist eine gänzlich andere als beim ersten Mal:
Wenn es Anfang Februar 2008 noch so war, dass ich mir eine Türe aufgeschlossen habe und panikartig eine erste Meldung an alle Betroffenen ausrufen wollte, so sitze ich nun seit Wochen starr vor dem gesamten Blick in einen Raum, den ich nicht vollständig beschreiben kann. Seit Wochen weiß ich, dass ich diesen Text verfassen muss, aber während ich im Bezug auf unser Gesundheitswesen noch relativ klar die paar Fakten ordnen konnte, fällt es mir umso schwerer, Struktur in die Ausmaße der Entdemokratisierung in Deutschland zu bekommen.
Ein gewogener Journalist hatte den Umfang meines ersten Textes kritisiert: Die Menschen könnten einfach keine längeren Schriftstücke mehr lesen, sondern würden plakative kurze Schlagworte benötigen, um sich einen Überblick zu verschaffen.
Nun, ich glaube, es wird uns allen in Zukunft nicht erspart bleiben, wieder mehr zu lesen, wenn wir verstehen wollen, was in Deutschland, in Europa und in der Welt derzeit passiert und auch dieser Aufsatz ist wieder lang. Für die Querleser trotzdem eine kurze Zusammenfassung:
08 Jun
von jamster - Kategorie: Gesellschaft
Zum Thema, wie sehr sich unser Land mittlerweile im Würgegriff einiger weniger Konzerne befindet, habe ich bei Duckhome den folgenden, wie ich finde erschütternden Text gefunden.
Was derzeit wirklich geschieht
Von Jan Erik Döllein, Allgemeinarzt
Ich bin 38 Jahre alt und Allgemeinarzt mit einer gut gehenden Hausarztpraxis in Neuötting, Oberbayern, geistig gesund und ein völlig normaler Bürger mit einer Lebensgefährtin und einem 15 Monate altem Sohn, bin seit 12 Jahren Gemeinderat und seit sechs Jahren Kreisrat der CSU, einer Partei, die sicherlich weit entfernt ist vom Ruf, linkspolitische und revolutionäre Gedanken zu pflegen. Es ist nicht meine Aufgabe, solche Texte zu schreiben und es gibt in Deutschland Tausende, die dies besser, packender und erheblich vollständiger schaffen und wenigstens einer von denen sollte das auch tun.
Ich bin von tiefstem Herzen Demokrat und, wie mir in den letzten Tagen bewusst geworden ist, ein hoffnungsloser Idealist. Ich habe nicht mehr gemacht, als mir selbst die Frage zu beantworten, warum wir niedergelassenen Ärzte, Hausärzte und Fachärzte aussterben sollen, obwohl sich an der Charakteristik unseres Berufes und der Faszination für die nachfolgende Generation nichts geändert hat; der Wunsch dazu kam mit Sicherheit nicht aus der Bevölkerung, nicht von unseren Patienten.
Dass wir zu teuer sind, kann man wirklich nicht behaupten und wertlos sind wir erst recht nicht, denn mit jedem Krankenhaustag, den wir durch unsere Arbeit vermeiden können, helfen wir den Krankenkassen sparen.
Am 30.1.2008 haben sich 7000 von 8000 Hausärzten zu einer Protestveranstaltung in Nürnberg getroffen und diese war die größte und eindrucksvollste ihrer Art seit Bestehen der GKV. Keine der großen Boulevardzeitungen brachte meines Wissens einen adäquaten Artikel, keiner der privaten und öffentlich-rechtlichen Sender ging tiefer und nachhaltiger auf diese Veranstaltung ein.
Die allermeisten Hausärzte eines der reichsten und größten Bundesländer drohen mit Widerstand und niemanden interessiert es. Nur uns Ärzte – der Rest der Bevölkerung wird außen vor gehalten. Das machte mich stutzig und ich begann, immer tiefer im Internet nach den Gründen zu suchen, worauf ich stieß, hat meinen Glauben an den Rechtsstaat im Mark erschüttert und erklärt uns allen die Frage, was hier wirklich passiert:
Man muss weiter ausholen, spätestens seit der Seehoferreform 1997 wurde uns ja schon klar gesagt, dass die deutsche Bevölkerung immer mehr überaltert, dass die Gesundheitskosten aus dem Ruder laufen sollen und die Bezahlung immer weniger vom Solidarsystem übernommen werden könne.
Der Lösungsansatz lag neben den Einsparungen, unter denen sowohl die Krankenhäuser als auch die Niedergelassenen leiden, in der fortschreitenden Privatisierung von Teilen unseres Gesundheitssystems.
Nur allzu gern nahmen viele kommunale Träger die Möglichkeit wahr, ihre defizitären Krankenhäuser an Klinikkonzerne zu verkaufen. Die schlechte Einnahmensituation der Häuser war ein Produkt der Reformen.
Grundsätzlich ist diese Tendenz in allen Bereichen unserer Gesellschaft zu finden, der Staat zieht sich aus wichtigen staatlichen Aufgaben zurück und verkauft sein Eigentum, mit dem immer auch eine Sicherstellungsaufgabe verbunden ist, an private Hände. Man kennt dies von der Bahn, von der Post, von der Stromversorgung und zahlreichen anderen Bereichen. Auf der Homepage des Bundestages findet man zu dem Schlagwort Privatisierung über 2000 Einträge aus den letzten fünf Jahren.
Aktuell diskutiert man gerade die Privatisierung des Gerichtsvollzieherwesens. Schleichend geht damit aber auch ein zunehmender Machtverlust der Regierung einher und der Bürger ist in allen Bereichen häufig der Willkür der Konzerne ausgesetzt. Grundlage dieser Denkrichtung ist der so genannte Neoliberalismus, der eine Entstaatlichung und eine Übernahme gemeinschaftlicher Felder durch “die Bürger“ propagiert, womit allerdings keine Bürgervereinigungen gemeint sind, sondern nur die großen Konzerne. Weiterlesen »
Es ist beileibe nicht gerade wenig geschrieben worden über den Thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus und all das, was sich seit dem tödlichen Skiunfall am Neujahrstag alles rund ums Thema ereignet hat. Unzählige Blogs haben sich damit befasst. Da gingen die Wertungen naturgemäß weit auseinander - von gemäßigten Stimmen, wie “war halt ein besonders tragischer Unfall mit einem Ministerpräsidenten als Beteiligtem” bis hin zu bitterbös sarkastischen wie z.B., dass Althaus’ Bodyguards eigentlich an allem schuld seien, weil sie ihn nicht rechtzeitig erschossen haben, bevor er selber jemanden umbringen konnte. An solchen Wertungen des Unglücks möchte ich mich aber nicht beteiligen. Weiterlesen »
Gefunden auf duckhome.de:
Wenn man zur Zeit über die Untaten der Ursula von der Leyen nachdenkt und die Zusammenhänge immer mehr erfasst, dann möchte man Dinge tun, die ein zivilisierter Mensch einfach nicht tun darf, selbst wenn es um so schmutzige Typen wie die Zensurursula geht. Da lügt sie den Menschen vor sie hätte den Provider 1&1 im Boot, während der noch nicht einmal weiß, was er eventuell unterschreiben sollte.
Da hatte uns dieses (wie gerne würde ich verdammte Miststück schreiben) Unheilsweib versprochen, dass keine Strafverfolgung mit ihrer Zensur verbunden sein soll und wieder hat sie uns hundsgemein angelogen.
Mir ist klar, dass der folgende Artikel, den ich von netzpolitik.org übernommen habe, nicht mehr ganz taufrisch ist. Aber was diese “Ministerin” den Deutschen in jüngerer Zeit für ein Lügengebilde auftischt, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Und das alles, um für sich ein bisschen Wahlkampf zu machen, vor allem aber, um ihren Kopf möglichst tief im Anus von Oberstaatsfeind Schäuble und dessen Kumpel Jörg Zierke zu versenken. Und einmal mehr verbreiten
und Co. das Lügengeschwafel aus Berlin eifrig im ganzen Land. Überhaupt ist es absolut armselig von der gesamten Mainstream-Presse, dass so gut wie keine Redaktion in diesem Land den Arsch in der Hose hatte, den Dummfug rund um die KiPo-Sperren als das zu entlarven, was er nun mal offensichtlich ist.
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Heinrich Heine: Die schlesischen Weber
Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
“Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem Götzen, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöten;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft, gefoppt und genarrt -
Wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt
Und uns wie Hunde erschießen läßt -
Wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt -
Wir weben, wir weben!
Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht -
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!”
Heinrich Heine, 1844
Übernommen von www.duckhome.de:
Nach dem nun gestern - am 25. März - Molekularbiologen der Technischen Universität München der Presse die Information über eine neue Studie zur gefahrlosen Nutzung (nur 25 Monate Genmais-Fütterung und schon eine “Langzeit-Studie”) durch gentechnisch modifizierten Mais aus dem Hause Monsanto - “wissenschaftlich” - unterjubelten, wird es Zeit, noch einmal auf die Gefahren hinzuweisen, die bei der Studie wissentlich ausgeblendet werden. Greenpeace.ch hat dazu einen Film entworfen:
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Ich überlege ernsthaft, ob ich nen Trip nach Berlin oder Frankfurt hinbekomme…
eingebunden mit Embedded Video
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Den Anstoß zu diesem Text bekam ich heute Morgen im ARD-Frühstücksfernsehen. Da wurde dem schläfrigen Zuseher als Spruch des Tages ein Zitat vom Leiter des Münchner ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung
, Hans-Werner Sinn, präsentiert: “Voraussagen veralten einem heute im Munde” oder so ähnlich. An den genauen Wortlaut kann ich mich leider nicht mehr erinnern, weil ich wie gesagt eben erst aufgewacht war. Tut aber auch nichts zur Sache.
Zunächst dachte ich nur “Ja, vor allem Deine!”, aber nach dem ersten Kaffee fragte ich mich mehr und mehr, warum Herr (Un-)Sinn fast täglich durch die Erwähnung in deutschen Massenmedien geadelt wird. Weiterlesen »
Vor Jahren hab ich gelesen, dass es nun “in” sei, seine Meinung und Erlebnisse in Form von Weblogs der Welt und vor allem Google bekannt zu geben. Lange dachte ich “Jaja is wieder so ne Mode!”, doch gerade in jüngster Zeit wird mir mehr und mehr klar, welche wunderbare und wichtige Rolle Blogs heute spielen können. In einer bröckelnden Ära, in der durchweg börsennotierte Konzerne bestimmen wollen, was Du und ich zu denken und zu meinen haben, sind Blogs zu einer unschätzbar wichtigen Quelle alternativer Ansichten, Meinungen und Fakten geworden, die der übliche
/SAT1/RTL-Dummbatz sonst gar nicht mitbekommt.
Und gerade jetzt, da sich die Krisen praktisch gegenseitig die Klinke in die Hand geben, sollte man sich auf das Geschwätz der etablierten Medien beim besten Willen nicht blind verlassen. Schaut Euch doch nur mal an, was in den deutschen “Medien” ablief, als kürzlich Israel den Gazastreifen in die Steinzeit zurück bombte, nur weil es Livni, Barak und Nethanjahu im Wahlkampf so wunderbar in den Kram passte. Keine Silbe über die Kriegsverbrechen, die durch Israel an den Palästinensern begangen wurden, schaffte es in die etablierten Medien. Stattdessen legte jede Redaktion, die eine gewisse Reichweite hat, größten Wert darauf, im Zusammenhang mit den Palästinensern Formulierungen zu verwenden, die durch jahrelange Gehirnwäsche bei den Deutschen von vorneherein möglichst negativ besetzt waren und sind. Als Anne Will eine Sendung zu dem Thema machen wollte, und absehbar war, dass auch Israel-kritische Stimmen zu Wort kommen würden, zog die ARD einfach kurz vor knapp den Schwanz ein - seitdem darf man über die Gründe spekulieren, nur verwette ich mein rechtes Auge, dass es nicht die offiziellen waren!
(Update: Umso mehr hat es mich vorhin fast vom Hocker gehauen, als ich bei n-tv.de DAS lesen durfte…)
Analoge Beispiele, wie die Wahrheit immer wieder bis zur Unkenntlichkeit entstellt wird, nur um die Wahrnehmung der breiten Masse in eine Richtung zu lenken, die den Polit-Ganoven in Berlin und anderswo genehm ist, gäbe es in rauhen Mengen. Alleine die “Finanzkrise”, die in Wirklichkeit das Versagen unseres gesamten Wirtschaftssystems ist, würde genug Futter für hunderte Blogeinträge liefern.
Kurz bevor ich diesen Text schrieb, sagte mir ein sehr geschätzter Mensch, dass es ihn ankotzt, wie viele Leute völlig sinnlose Blogs in die Welt setzen, die einfach nur gegen alles und jeden sind, ohne Alternativen anzubieten. Ich halte ihm entgegen, dass man erstmal artikulieren muss, was falsch läuft, bevor sich etwas bewegen kann.
Ich habe keine Ahnung, ob ich überhaupt ein paar Leute mit diesem Blog erreiche. Aber ich glaube, man muss wenigstens versuchen, seinen Mitmenschen endlich die Augen zu öffnen. Ihnen zeigen, wie dreist sie Tag für Tag verarscht werden. Einfach in der Hoffnung, ein paar Augen und Hirnwindungen zu öffnen…